Ein Mittagstief kennen wahrscheinlich viele Menschen. Besonders nach dem Essen ist man müde und gereizt. Was würde man jetzt für eine kleine Siesta geben, um danach mit neuer Energie wieder an die Arbeit gehen zu können. Was für den Biorhythmus sinnvoll wäre, kann aber nur selten realisiert werden: Schließlich können sich die Angestellten nicht einfach im Büro auf den Schreibtisch legen und eine viertel Stunde schlafen. Anstatt dessen trinken sie Unmengen von Kaffee oder Schwarztee, um sich wach zu halten.
In jüngster Zeit befürworten allerdings immer mehr Wissenschaftler ein kleines Mittagsschläfchen (sogenanntes Powernapping) durchzuführen, weil damit nicht nur das Arbeitspensum am Nachmittag nachhaltig gesteigert, sondern auch die Gesundheit davon profitiert.
Biorhythmus und Mittagstief
Jeder Mensch hat einen eigenen Biorhythmus. Während manche Personen Frühaufsteher und bereits in den frühen Morgenstunden extrem Leistungsfähig sind, kommen andere erst am Nachmittag so richtig in Schwung und arbeiten dann bis spät in die Nacht hinein. Ganz gleich zu welchen der beiden Prototypen man gehört, ein Mittagstief durchlebt fast jeder Mensch.
Studien haben nun gezeigt, dass sich ein kurzer Mittagsschlaf positiv auf die Leistungsbereitschaft und die Konzentration auswirkt, die Lernfähigkeit fördert, zu mehr Ausgeglichenheit verhilft und vor Krankheiten schützt. Besonders Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Infektionen oder ein Burn-out-Syndrom können reduziert werden.
Powernapping hat bereits Tradition in vielen Ländern
In vielen südländischen Ländern ist das kleine Mittagsschläfchen bereits Tradition. Zwischen 13 und 15 Uhr sind die Geschäfte oder Büros geschlossen, die Menschen ziehen sich zurück, um sich nach dem Essen auszuruhen.
In den letzten Jahren kann dieser Trend zur ausgedehnten Siesta auch in Amerika und Asien beobachtet werden. Dort legen viele Personen in der Mittagspause kurz ihren Kopf auf den Schreibtisch ab oder machen es sich in ihrem Bürostuhl bequem und schließen die Augen.
Berühmte Powernapper
In der heutigen Zeit definiert die Arbeit unser Leben. Gemeinhin gilt in der Arbeitswelt das Motto: Nur wer viel arbeitet und den ganzen Tag maximale Leistung bringt, verdient Anerkennung und Lob. Die Realität sieht allerdings völlig anders aus. Nur die wenigsten Menschen kommen mit diesem Leistungsdruck zurecht und sind den ganzen Tag aktiv oder aufmerksam. Die effektive Arbeitszeit beträgt manchmal nur wenige Stunden, in der restlichen Zeit, besonders nach dem Mittagessen, schreibt man Mails an die Kollegen und hält einen Plausch in der Büroküche, nur um damit krampfhaft die Augen offen zu halten und die Müdigkeit zu übergehen.
Vielleicht sollten unsere Chefs sich ein Beispiel an berühmten Mittagsschläfern nehmen und ihren Mitarbeitern eine kleine Auszeit gönnen, damit diese wieder frisch und konzentriert an ihre Arbeit gehen können.
Hier eine kleine Auswahl bekennender Mittagsschläfer:
- Winston Churchill
- Napoleon Bonaparte
- Hans-Dietrich Genscher
- Benjamin Franklin
- Albert Einstein
Was ist beim Powernapping zu beachten?
Die wichtigste Regel lautet: Nicht zu lange schlafen oder ruhen!
Am Besten sind nur 15 – 20 Minuten. Danach setzt die Tiefschlafphase ein und die sollte mittags unbedingt vermieden werden, da der Körper komplett entspannt. Denn schläft man 1 oder gar 2 Stunden hat das negative Auswirkungen auf den Biorhythmus. Zum einen wacht man wie „gerädert“ auf und es dauert mindestens noch einmal 1 Stunde, um vollständig wach und fit zu sein. Zum anderen haben viele Menschen nach einem ausgiebigen Mittagsschlaf Probleme am Abend wieder einzuschlafen.
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